đ Zone 1: Wohnung, Fensterbank, Balkon & Hausgarten
Fokus: TĂ€gliche Wege, intensive Pflege, direkte Nahversorgung am Lebensmittelpunkt.
âIn Zone 1 finden wir Elemente des tĂ€glichen Lebens. Wege, die wir jeden Tag gehen, und Orte, die wir tĂ€glich besuchen... Dort finden wir Elemente, die tĂ€gliche Beachtung brauchen, zum Beispiel das GieĂen, oder die wir tĂ€glich verwenden, wie KrĂ€uter zum Kochen.â
â Andreas Telkemeier, Permakultur in der Stadt, S. 34
Zone 1 bildet den unmittelbaren Kreis rund um deinen tĂ€glichen Mittelpunkt. Es sind die Wege, die du jeden Tag gehst â vom Schlafzimmer auf die Fensterbank, in die KĂŒche oder heraus auf den Balkon und in den kleinen Hausgarten. Hier stehen alle Elemente, die tĂ€gliche Aufmerksamkeit, Pflege oder Ernte verlangen.
GĂ€rtnern auf kleinstem Raum: Sprossen in KeimglĂ€sern und Microgreens in flachen Schalen (wie upgecycelten Tetrapacks, ganz nach Prinzip 6: Produziere keinen Abfall) liefern das ganze Jahr ĂŒber frische Vitamine direkt in der KĂŒche.
Licht & Himmelsrichtung nutzen:
SĂŒd-/Westfenster: Lichtliebende Pflanzen wie Chilis, Paprika, Oregano, PflĂŒcksalate, Radieschen und Rosmarin.
Ost-/Nordfenster: Schattentolerantere KrĂ€uter und GemĂŒse wie Mangold, Petersilie, Minze, Knoblauch und Schnittlauch.
Wichtig â Statik im Blick behalten! Bevor Erde und Töpfe platziert werden, muss das Gewicht (insbesondere bei nasser Erde) berechnet und mit dem Vermieter abgeklĂ€rt werden.
Vertikal gĂ€rtnern: Nutzung der Höhe durch Spaliere, Rankhilfen oder HĂ€ngeampeln. Rankende GemĂŒsesorten wie Schlangengurken wachsen an SchnĂŒren gen Himmel, wĂ€hrend darunter Platz fĂŒr Fenchel, Dill oder Salate bleibt.
DIY-Hochbeete & Upcycling: Bau von Hochbeeten aus alten Paletten oder Brettern vom SperrmĂŒll.
Aufbau des Hochbeets in 4 Schichten:
Drainage: DĂŒnne Ăste, Zweige oder HolzhĂ€cksel (25â30 cm).
Organische Schicht: Laub, Rasenschnitt oder organische Reste (ca. 5 cm).
NĂ€hrstoffschicht: Halbreifer Kompost oder Bokashi.
Pflanzschicht: Hochwertige, torffreie Gartenerde vermischt mit Wurmhumus.
Kompost gehört nah ans Haus: Je nĂ€her der Kompost am Hauseingang oder am Weg zum Briefkasten liegt, desto leichter fĂ€llt das tĂ€gliche Entleeren der KĂŒchenabfĂ€lle.
Die 3 stÀdtischen Kompostsysteme:
Gartenkompost: Bei ausreichend Platz im Hausgarten (schattig/halbschattig, direkter Erdkontakt fĂŒr WĂŒrmer).
Bokashi (Fermentation): Perfekt fĂŒr die Wohnung! Unter Ausschluss von Luft wandeln Effektive Mikroorganismen (EM) nahezu alle organischen Reste (auch Gekochtes) um.
Die Wurmkiste: Die rote Kompostwurm-Community (Eisenia fetida) verwandelt GemĂŒsereste und Kaffeesatz geruchlos direkt in der Wohnung oder auf dem Balkon in wertvollen Wurmhumus.
GemĂŒsebeete mit 4-jĂ€hriger Fruchtfolge: Wechsel von Starkzehrern (Tomaten, KĂŒrbis), Mittelzehrern (Kohlrabi, Mangold), Schwachzehrern (Radieschen, Feldsalat) und Stickstoffsammlern/GrĂŒndĂŒngung (Klee, HĂŒlsenfrĂŒchte).
Mischkultur & Mulch: Symbiosen nutzen (z. B. Tagetes gegen SchĂ€dlinge, Knoblauch neben Erdbeeren gegen Pilze). Keine offene Erde â Mulchen schĂŒtzt den Boden vor Austrocknung und BeikrĂ€utern, ohne dass gegraben werden muss (No-Dig).
Die KrĂ€uterspirale: Schafft auf kleinster FlĂ€che verschiedene Klimazonen (von sonnig/trocken oben fĂŒr Rosmarin & Thymian bis feucht/schattig unten fĂŒr Minze & Waldmeister).
Weitere Elemente: FrĂŒhbeete zur SaisonverlĂ€ngerung, HĂŒgelbeete, Wildobsthecken, WildkrĂ€uterrasen und geschĂŒtzte SitzplĂ€tze unter Weinreben oder Kiwi-Pergolas.