📍 Zone 4: Waldgarten & Streuobstwiese (Extensive Bereiche)
In Zone 4 treten wir als gestaltende Gärtner einen Schritt zurĂĽck. Es sind Flächen, die wir seltener aufsuchen als unseren Balkon (Zone 1) oder den Gemeinschaftsgarten im Quartier (Zone 2). Dennoch erfĂĽllen sie eine unersetzliche Funktion fĂĽr das städtische Ă–kosystem, die Biodiversität und unsere saisonale Versorgung.Â
„In Zone 4 haben bereits mehr die Tiere und die Natur das Sagen, wir greifen noch weniger ein. Eine Magerwiese, wo wir einmal im Jahr Heu machen, oder Flächen, von denen wir einmal im Jahr Brennnesseln und Beinwell zum Mulchen und für Pflanzenjauchen ernten. Oder Beerensträucher auf öffentlichen Plätzen in der Stadt.“
— Andreas Telkemeier, Permakultur in der Stadt, S. 37
1. Waldgärten am Stadtrand (Agroforstsysteme) (Buch S. 72–73)
Schichten der Natur nachahmen: Ein Waldgarten ahmt die Dynamik eines natĂĽrlichen Waldes nach, nutzt jedoch ĂĽberwiegend Nutzpflanzen.
Die Etagen im Waldgarten:
Überstand / Kronenschicht: Hohe Obst- und Nussbäume (z. B. Walnuss, Esskastanie).
Strauchschicht: Beerensträucher und Wildobst (Johannisbeeren, Aronia, Felsenbirne).
Krautschicht: Mehrjähriges Gemüse, Wildkräuter und Heilpflanzen (Beinwell, Bärlauch).
Bodendecker: SchĂĽtzen die Bodenfeuchtigkeit und unterdrĂĽcken Gras (z. B. Walderdbeeren).
Minimaler Aufwand: Einmal etabliert, reguliert sich der Waldgarten weitgehend selbst und benötigt kaum Dünger oder Zusatzbewässerung.
2. Die Streuobstwiese – Kulturelles Erbe & Insektenparadies (Buch S. 73)
Artenreichtum pur: Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Hochstamm-Obstbäume (Apfel, Birne, Zwetschge) stehen auf artenreichen Wiesen.
Saisonale Ernte & Gemeinschaft: Sie bieten im Spätsommer und Herbst reiche Erträge für Apfelsaft, Dörrobst oder Lagerobst und verbinden Erholung mit Naturschutz.